Die Turngemeinde und die Revolution von 1848/49

Übung Hanauer Turner, Stahlstich
Die republikanisch-demokratische Gesinnung, aktive politische Teilnahme und der Wunsch nach einer geeinten Deutschen Turnerbewegung zeichneten den Hanauer Turnverein vor und während den Jahren der Revolution von 1848/49 aus. Sogar die politischen Ereignisse in Frankfurt oder in Hessen-Kassel wurden durch die Turner ebenso geprägt, wie der Badische Aufstand oder die nationale Bildung eines Deutschen Turnerbundes.
Die Stadt Hanau und die Hanauer Turner waren durch die politischen Ereignisse von 1848 weit über Hessen bekannt geworden. Das Ultimatum aus Hanau für die Einführung demokratischer Grundrechte in Hessen wurde durch den Turnverein entschieden unterstützt. Außerdem fanden sich in den Volkskommissionen der Zeit aus Hanau die Mitglieder des Turnerkorps wieder. Somit waren die Hanauer Turner merklich bei den frühdemokratischen Bestrebungen beteiligt gewesen.
Doch selbst in den Revolutionsjahren 1848/49 waren die Hanauer Turner wieder eine entscheidende und treibende Kraft der Zeit gewesen und führten mit ihrer Hanauer Turnwehr von Hessen bis in das südliche Baden einen verzweifelten Kampf für Freiheit und Demokratie.
Während des Badischen Aufstandes lehnte es der Verein zwar geschlossen ab, die badischen Freiheitskämpfer mit Waffengewalt zu unterstützen, doch wurden die Turner nicht daran gehindert als Freiwillige die Revolutionstruppen zu unterstützen und mit ihnen ins Gefecht zu ziehen. Viele Hanauer Turner starben in einem aussichtslosen Kampf für ihre Überzeugung und ihren Traum. Für die überlebenden tapferen Männer begann danach die Flucht aus der Heimat und die Verfolgung durch die preußische Exekutivgewalt. Erst nach Jahren konnten Hanauer Turner aus ihrem Exil in der Schweiz zurückkehren.
