Die Gründung der Turngemeinde

Weihe der Fahne der Hanauer Turngemeinde
Nicht viele Sport- oder Turnvereine können von sich behaupten zu den ältesten der Welt zu gehören. Die Hanauer Turngemeinde von 1837 schon und dies obwohl der Vorgängerverein, die damalige Turngesellschaft, schon 1819 der ersten sogenannten Turnsperre zum Opfer gefallen war. Turnen und Turnvereine waren von Anfang an eine hochpolitische Angelegenheit. Die Vereine waren demokratisch organisiert, wählten ihre Vorsitzenden und erachteten sich gegenseitig als völlig gleichberechtigt. Dass ein solcher also in der ziemlich progressiven, um nicht zu sagen radikalen, Stadt Hanau existierte war mehr oder weniger zwangsläufig.
Turnen war aber keine Freizeitbeschäftigung im heutigen Sinne, sondern vielmehr eine Frage der politischen Überzeugung. Folglich ging das Turnen im Geheimen weiter, wohingegen sich die Gründung eines Turnvereins nach der Turnsperre im ziemlich restriktiven Kurhessen als durchaus schwierig erweis. Es bedurfte schon einiger Versuche bis sich endlich 1837 die Hanauer Turngemeinde gründete und von nun zu einer ausgesprochenen Hanauer Erfolgsgeschichte avancierte. Turnplätze wurden eingerichtet, Gasthäuser gemietet, Freundschaften mit anderen Vereinen wie den Frankfurtern um August Ravenstein gepflegt, Schauturnen veranstaltet und Feste mit den schon 1843 über 200 Mitgliedern gefeiert. Die Hanauer Turngemeinde ist und war nicht nur eine der ältesten Turnvereine überhaupt, sondern zählte zu den bedeutendsten, größten und aktivsten im ausgesprochen restaurativen Deutschen Bund. Hier zündelte Flamme, die sich 1848 in der ersten Revolution der Deutschen entladen sollte.
